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WIRTSCHAFT/8016: Märkte und Finanzen - 11.01.2019 (SB)


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Fleisch von glücklichen Tieren

Mehrere große Lebensmittelketten in Deutschland haben sich auf eine einheitliche Kennzeichnung von Rinder-, Schweine- und Geflügelfleisch hinsichtlich der Mastbedingungen der Schlachttiere geeinigt. Ab Anfang April soll schrittweise zunächst verpacktes Fleisch mit dem Siegel "Haltungsform" gekennzeichnet werden. Wie die Initiative Tierwohl (ITW) meldete, wird es vier Kategorien für die Tierhaltung geben. Kategorie eins bedeutet Stallhaltung gemäß den vom Gesetzgeber dafür erlassenen Vorschriften. Kategorie zwei (Stallhaltung plus) heißt, den betroffenen Tieren steht mindestens zehn Prozent mehr Bewegungsraum zur Verfügung als bei Kategorie eins. Außerdem wird ihnen Beschäftigungsmaterial gestellt. Nach Kategorie drei (Außenklima) ist der Platz pro Tier noch größer. Außerdem gibt es frische Luft. Fleisch der Kategorie vier (Premium) bedeutet, daß die Tiere Auslaufmöglichkeiten im Freien hatten, bevor sie geschlachtet wurden. Der Kennzeichnung schlossen sich Lebensmittelhändler wie Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto Marken-Discount, Penny und Rewe an. Deren Fleischkennzeichnung soll mit der vom Bundeslandwirtschaftsministerium geplanten Tierwohl-Kennzeichnung vereinbar sei. Das staatliche Tierwohllabel ist nicht für das laufende Jahr zu erwarten. Die künftige Kennzeichnung berücksichtigt nicht nur Haltungskennzeichnen, sondern umfaßt die gesamte Lebensspanne der Schlachttiere. Bei der Kennzeichnung nach Haltungsform handelt es sich explizit nicht um ein neues Siegel, sondern um die Zusammenfassung bisheriger Auszeichnungen des Fleisches, welche einige Lebensmittelhändler im vergangenen Jahr eingeführt hatten. Die ITW ist ein Projekt des Lebensmitteleinzelhandels (LEH). Der ITW-Träger, die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH, wird das Kennzeichnungssystem zur Haltungsform organisieren.

11. Januar 2019


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