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SOZIALES/7935: Arbeit, Soziales und Familie - 10.10.2018 (SB)


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AfD-Wähler können doch ins Weser-Stadion

Im vermeintlich unpolitischen Sport haben Medienberichte, wonach der Fußball-Bundesligist SV Werder Bremen AfD-Anhängern mit dem Entzug der Dauerkarte drohe (Die Welt), hohe Wellen geschlagen. Inzwischen hat Werder jedoch entsprechende Meldungen zurückgewiesen. "Die zitierten Aussagen wurden aus dem Zusammenhang gerissen und beziehen sich auf diesen ganz konkreten Einzelfall, zu dessen Details ich nichts weiter sagen möchte", wird Präsident Hubertus Hess-Grunewald in einer Mitteilung zitiert. Der SV Werder Bremen werde auch künftig offen für alle Menschen sein, gleich welcher politischen oder religiösen Einstellung, heißt es weiter. Das Weser-Stadion werde weiterhin ein Platz für alle sein.

Nach Auskunft Der Welt soll der Klubpräsident in einer E-Mail an einen bekennenden AfD-Sympathisanten zuvor gedroht haben, daß man sich mit seinem Wunsch, die Dauerkarte behalten zu wollen, noch intensiv beschäftigen wolle.

Ähnlich wie Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer, der AfD-Wähler als Mitglieder des Klubs ausschloß, hatte auch Hubertus Hess-Grunewald in früheren Statements kein Hehl aus seiner kritischen Haltung gegenüber der AfD gemacht. In einem Interview mit dem Weserkurier sagte er: "Jeder AfD-Wähler sollte schon wissen, dass es ein Widerspruch ist, Werder gut zu finden und die AfD zu wählen." In dem Interview schloß er jedoch nicht aus, daß diese Menschen dennoch ins Stadion kommen könnten.

Werder kann laut Satzung Mitglieder ausschließen, die sich nicht an die Statuten halten. Die Neutralitätspflicht des Vereins, der sich als verbindendes Element "zwischen Nationalitäten, Kulturen, Religionen und sozialen Schichten" versteht, kann dieser nutzen, um beispielsweise Mitglieder, die bei Spielen oder Vereinsveranstaltungen für eine Partei, Kirche oder Religion werben, auszuschließen. Zudem kann der Weserklub als Hausherr bestimmen, an wen er Karten verkauft und welche Einlaßbeschränkungen es gibt - "politisch extreme Symbole" sind zum Beispiel verboten.

10. Oktober 2018


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