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WIRTSCHAFT/9157: Nachrichten - BR Text 03.12.2019


BR Text vom 03.12.2019 - Nachrichten Wirtschaft


+++ Daimler: Jobabbau v.a. in Deutschland +++ Montags-Briefzustellung auf der Kippe +++ Ryanair streicht Nürnberg-Flüge +++ Weiterer Millionenkredit für Alitalia +++ Umfrage: Viele leiden unter KI +++ Spielzeugbranche optimistisch +++ 2 Wirtschaft Kurzmeldungen +++

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Daimler: Jobabbau v.a. in Deutschland

Der angekündigte Stellenabbau des Au-
tobauers Daimler wird wohl v.a. die
Beschäftigten in Deutschland treffen.

Das Unternehmen wolle zwei Drittel der
Personalkosten hierzulande einsparen,
sagte Betriebsratschef Brecht der
"Stuttgarter Zeitung".

Daimler hatte am Freitag angekündigt,
weltweit mindestens 10.000 Stellen
streichen und bis 2022 1,4 Milliarden
Euro Personalkosten einsparen zu wol-
len. Brecht monierte, weder das Ein-
sparpotenzial noch ein Stellenabbau in
dieser Größenordnung seien bisher vom
Betriebsrat abgesegnet worden.

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Montags-Briefzustellung auf der Kippe

Die Deutsche Post soll aus Sicht der
Monopolkommission montags keine Briefe
mehr zustellen.

Eine entsprechende Empfehlung enthält
ein Gutachten des Expertengremiums, das
in Bonn vorgestellt wurde. Zur Begrün-
dung wurde auf andere EU-Staaten ver-
wiesen, wo es nur eine Fünf-Tage-Zu-
stellpflicht pro Woche gibt. Durch eine
solche Entlastung der Post könnte auch
der Preis für Verbraucher auf längere
Sicht sinken, hieß es.

Das Bundeswirtschaftsministerium will
Anfang kommenden Jahres eine Novelle
des Postgesetzes vorlegen.

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Ryanair streicht Nürnberg-Flüge

Der Billigflieger Ryanair schließt sei-
ne Basis am Flughafen Nürnberg.

Das teilte der Airport mit. Von April
an werde das bisherige Flugangebot auf
ungefähr ein Drittel reduziert. Ryanair
zählt mit insgesamt 20 Verbindungen in
Städte wie London oder Rom und an Ur-
laubsziele wie Mallorca oder Sizilien
zu den größten Fluganbietern vor Ort.

Bisher hatten die Iren zwei Boeing 737-
800 in Nürnberg stationiert. Ryanair
habe den Teilrückzug mit dem weltweiten
Flugverbot für Maschinen vom Typ Boeing
737 Max begründet. Zwei dieser Modelle
waren kurz hintereinander abgestürzt.

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Weiterer Millionenkredit für Alitalia

Die italienische Regierung gewährt der
defizitären Fluggesellschaft Alitalia
einen weiteren Überbrückungskredit in
Höhe von 400 Millionen Euro.

Einen entsprechenden Beschluss fasste
der Ministerrat in Rom. Ursprünglich
war die Freigabe der Gelder an einen
Erfolg von Verhandlungen zur Rettung
des Unternehmens geknüpft. Doch nach
dem Rückzug einer Reihe möglicher In-
vestoren, unter ihnen die Lufthansa,
droht Alitalia bis Ende des Jahres das
Geld auszugehen.

Mehr als 11.000 Arbeitsplätze wären
damit gefährdet.

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Umfrage: Viele leiden unter KI

Digitalisierung und künstliche Intelli-
genz haben die Qualität der Arbeit für
viele Beschäftigte nach einer Umfrage
der Gewerkschaft Verdi eher verschlech-
tert als verbessert.

Die Arbeitnehmer leiden demnach viel-
fach unter einer höheren Arbeitsinten-
sität (52 %) und geringeren Handlungs-
spielräumen (60 %). 42 Prozent der Be-
fragten sehen häufigere Störungen der
Arbeitsabläufe.

Verdi-Vorstandsmitglied Schmitz forder-
te, Digitalisierung und künstliche In-
telligenz müssten so gestaltet werden,
dass sie den Beschäftigten dienten.

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Spielzeugbranche optimistisch

Die Spielzeugbranche rechnet mit einem
guten Weihnachtsgeschäft.

Die Deutschen seien in Kauflaune, sagte
der Geschäftsführer des Handelsverbands
Spielwaren, Kahnt. 40 % des Umsatzes
macht die Branche traditionell im No-
vember und Dezember. Deshalb geht der
Verband von einem Umsatzplus von drei
Prozent am Ende des Jahres aus.

Damit hätten die Verbraucher in
Deutschland in diesem Jahr 3,4 Milliar-
den Euro für Spielzeug ausgeben. Als
Grund für den Zuwachs nannte Kahnt
steigende Einkommen und den anhaltenden
Babyboom in Deutschland.

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2 WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

Mailand: Die italienische Großbank
Unicredit, Mutter der HypoVereinsbank,
baut weiter Personal ab und schließt
Filialen. Bis 2023 würden 8.000 Voll-
zeitstellen gestrichen, teilte die Bank
mit. 500 Filialen würden geschlossen.
Die Unicredit hatte 2016 wegen Verlus-
ten in Milliardenhöhe mit einem umfas-
senden Umbau begonnen.

Berlin: Wegen Lieferengpässen 2018 sind
die Auto-Neuzulassungen im November
deutlich gestiegen. Rund 299.200 Neuwa-
gen kamen laut Branchenverband hierzu-
lande auf die Straße. Das seien 10 %
mehr als im Vorjahresmonat. Allerdings
konnten damals viele Neuwagen wegen des
neuen Prüfstandards WLTP bei der Zulas-
sung nicht ausgeliefert werden.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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