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BAYERN/8702: Regionalnachrichten - BR Text 10.08.2018


BR Text vom 10.08.2018 - Nachrichten Bayern


+++ Waldbrand am Schwarzenberg +++ Kaum Unwetterschäden in Bayern +++ Anklage gegen Ingolstädter Alt-OB +++ Streit mit Bund um Familiengeld +++ SPD: CSU war vorgewarnt +++ Gutscheine wegen Terminalräumung +++ Klimaplan der Grünen +++ Sozialpädagogen an Schulen +++ OEZ-Tat: Plattformbetreiber angeklagt +++ Auftakt zu Gäubodenvolksfest +++ Trachtler in Dachau ohne Messer +++ Abgeschobene Ukrainerin kehrt zurück +++ Sonntagsöffnung in Ansbach gekippt +++ Frontenhausen benennt Kreisverkehr um +++ Säugling schwer verletzt +++ Aschaffenburg zählt Radfahrer +++ Urlauber in den Tod gestürzt +++ Feuer in Freizeitbad in Stein +++ Zweites Wolfsrudel in Bayern bestätigt +++ Geldtasche gefunden +++ Dreijährige nach Badeunfall verstorben +++ Wilderer im Raum Fleinhausen +++ Unfälle auf Bayerns Straßen +++ Schlägerei: Täter stellen sich der Polizei +++

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Waldbrand am Schwarzenberg

In Oberaudorf/Lkr. Rosenheim ist der
Waldbrand am Schwarzenberg noch immer
nicht gelöscht.

Trotz des am Morgen begonnenen Regens
gebe es noch Glutnester, teilte das
Landratsamt mit. Das Löschen aus der
Luft sei zwischenzeitlich nicht mög-
lich gewesen, da wegen des schlechten
Wetters keine Hubschrauber starteten.

Am Donnerstag hatte es zuletzt in dem
unwegsamen, steilen Gelände auf einer
Fläche von rund 300 mal 500 Metern ge-
brannt. Etwa 200 Kräfte und neun Hub-
schrauber waren im Einsatz. Eine Alm
musste evakuiert werden.

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Kaum Unwetterschäden in Bayern

Bayern ist bei den Gewittern in der
Nacht zum Freitag größtenteils glimpf-
lich davongekommen.

Wie Polizeisprecher erklärten, waren
die Einsatz- und Rettungskräfte nur in
wenigen Fällen gefordert. Größere Schä-
den habe es nicht gegeben. Nur verein-
zelt seien Bäume umgestürzt.

In Regensburg wehte der Wind im Stadt-
teil Stadtamhof Dachziegel von einem
Wohnhaus. In Parsberg wurde ein Jugend-
zeltlager geräumt. 80 Kinder und ihre
20 Betreuer wurden wegen der Unwetter-
warnung vorsorglich in einem Sportheim
untergebracht.

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Anklage gegen Ingolstädter Alt-OB

Das Landgericht Ingolstadt hat die An-
klage gegen den früheren Oberbürger-
meister von Ingolstadt, Lehmann/CSU,
zugelassen und das Hauptverfahren gegen
ihn und zwei Mitangeklagte eröffnet.

Laut Gericht werden Lehmann Untreue und
Bestechlichkeit, den Mitangeklagten Be-
stechung und Beihilfe zur Untreue in
besonders schweren Fällen vorgeworfen.

Lehmann soll zwischen 2010 und 2013 den
Verkauf städtischer Flächen und eines
Gebäudes beeinflusst und dabei wirt-
schaftliche Vorteile in sechsstelliger
Höhe bekommen haben. Die Mitangeklagten
sollen die Flächen gekauft haben.

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Streit mit Bund um Familiengeld

Bayerns Sozialministerin Schreyer/CSU
hat im Streit um das geplante Familien-
geld dem Bund "Wahlkampf" vorgeworfen.

Hintergrund ist die Mitteilung des SPD-
geführten Bundessozialministeriums, wo-
nach das Familiengeld bei Hartz-IV-Em-
pfängern auf deren Leistungen angerech-
net wird. Laut Schreyer wären davon
etwa zehn Prozent bzw. 12.000 der Fami-
liengeldbezieher betroffen. Sie kündig-
te an, das Familiengeld trotzdem auch
an Hartz-IV-Bezieher auszuzahlen.

Bayern will für ein- und zweijährige
Kinder ab September 250 Euro/Monat, ab
dem dritten Kind 300 Euro bezahlen.

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SPD: CSU war vorgewarnt

Die Landtags-SPD hat im Streit um das
Familiengeld die Haltung des Bundesin-
nenministeriums verteidigt.

Man habe "die CSU-Staatsregierung von
Anfang an davor gewarnt, nach dem Gieß-
kannenprinzip eine völlig undurchdachte
Familienleistung einzuführen" und die
bestehenden juristischen Bedenken außen
vor zu lassen, sagte die sozialpoliti-
sche Sprecherin der Fraktion, Rauscher.
Es sei deshalb "absurd", den Schwarzen
Peter nun in Richtung Bund zu schieben.

Die Opposition hatte das Familiengeld
bereits zuvor als Wahlkampfgeschenk zur
kommenden Landtagswahl kritisiert.

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Gutscheine wegen Terminalräumung

Der Münchner Flughafen hat wegen der
Terminalräumung vor zwei Wochen eine
Gutschein-Aktion gestartet.

Reisende können im Internet unter
www.munich-airport.de/gutscheinaktion
einen 50-Euro-Gutschein beantragen,wenn
ihr Flieger ausfiel oder mindestens ei-
ne Stunde verspätet war. Der drei Jahre
gültige Gutschein könne in zahlreichen
Läden und Restaurants am Flughafen ein-
gelöst werden, teilte der Airport mit.

Am letzten Juliwochenende waren ein
Terminal geräumt und 330 Flüge abgesagt
worden, weil eine Frau unkontrolliert
durch eine Sicherheitsschleuse kam.

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Klimaplan der Grünen

Die Grünen haben die Staatsregierung
aufgefordert, mit einem "17+4"-Programm
gegen die Erderwärmung vorzugehen.

Als oberste Maßnahme müssten Solaranla-
gen auf allen Staatsdächern installiert
werden, forderte Landtagsfraktionschef
Hartmann. Zudem müssten die Abstandsre-
gelung für Windräder verringert, Strom-
speicher ausgebaut und der öffentliche
Nahverkehr verbessert werden. Neben 17
bayerischen Maßnahmen schlug er vier
bundespolitische Forderungen vor, da-
runter den Ausstieg aus der Braunkohle.

Das Nichtstun beim Klimaschutz müsse
endlich aufhören, so Hartmann.

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Sozialpädagogen an Schulen

Im Kampf gegen Gewalt und Mobbing an
Bayerns Schulen hat das Kultusministe-
rium für das kommende Schuljahr erst-
mals 60 Stellen für Sozialpädagogen ge-
schaffen.

Die Zahl solle in den kommenden Jahren
auf 200 steigen, teilte Minister Sib-
ler/CSU mit. Die Sozialpädagogen sollen
u.a. für Prävention von Gewalt und Mob-
bing sowie entsprechende schulinterne
Lehrerfortbildungen zuständig sein.

Zudem solle die Zahl der Schulpsycho-
logen von derzeit rund 1.070 in den
nächsten Jahren um 300 wachsen. 40 von
ihnen sollen im neuen Schuljahr kommen.

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OEZ-Tat: Plattformbetreiber angeklagt

Wegen der Bluttat im Münchner Olympia-
Einkaufszentrum 2016 hat die Staatsan-
waltschaft Mannheim den Betreiber einer
Internet-Plattform u.a. wegen Verdachts
auf fahrlässige Tötung angeklagt.

Dem in U-Haft sitzenden 31-Jährigen aus
Karlsruhe wird vorgeworfen, dem 18-jäh-
rigen Todesschützen David S. den Kauf
der Tatwaffe über die Plattform ermög-
licht zu haben.

David S. hatte neun Menschen erschossen
und sich dann selbst getötet. Der Händ-
ler der Tatwaffe war im Januar zu sie-
ben Jahren Haft verurteilt worden, die
Verteidigung legte aber Revision ein.

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Auftakt zu Gäubodenvolksfest

Mit dem traditionsreichen Auszug der
Wirte und Vereine zum Festplatz beginnt
heute das Straubinger Gäubodenfest.

Für die niederbayerische Stadt bedeutet
das zehn Tage Ausnahmezustand. Rund 1,4
Millionen Besucher werden erwartet. An
dem Zug beteiligen sich über 80 Musik-,
Trachten- und Brauchtumsgruppen mit et-
wa 3.300 Teilnehmern. Die Maß kostet in
den sieben Bierzelten zwischen 9,40 und
9,45 Euro, 30 Cent mehr als 2017.

Zur offiziellen Eröffnung des Fests
morgen wird Ministerpräsident Söder/CSU
erwartet. Parallel dazu startet die
Verbrauchermesse Ostbayernschau.

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Trachtler in Dachau ohne Messer

Vor dem morgigen Beginn des Dachauer
Volksfests hat das Verbot von Messern
unter Trachtlern für Unmut gesorgt.

Der örtliche Trachtenverein D'Amperta-
ler kritisierte die neue Sicherheits-
vorschrift, weil zu ihrer Ausstattung
alte Trachtenbestecke und Messer gehör-
ten. Während seit 30 Jahren niemand die
wertvollen historischen Messer benutze,
rede niemand von der Gefahr, die von
den Maßkrügen ausgehe, kritisierte
Volksfestreferent Gasteiger.

Da die Stadt die Messer nicht einmal
zum Volksfesteinzug erlaubt, erwägen
einige Trachtler dessen Boykott.

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Abgeschobene Ukrainerin kehrt zurück

Die vor knapp vier Wochen aus Nürnberg
in die Ukraine abgeschobene angehende
Altenpflegerin Svitlana K. kehrt morgen
wieder nach Deutschland zurück.

Die Regierung von Mittelfranken habe
ihm den Termin mitgeteilt, erklärte K.s
Anwalt Schönweiß. Die Fürther Kirchen-
gemeinde St. Martin werde sie am Flug-
hafen Nürnberg empfangen, ergänzte
Pfarrer Popp. In der Gemeinde waren die
Frau, ihr Mann und ihre Tochter 2016
für zwei Monate im Kirchenasyl gewesen.

Der Verwaltungsgerichtshof hatte die
Abschiebung für illegal erklärt, weil
die Ausbildung der Frau andauert.

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Sonntagsöffnung in Ansbach gekippt

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof
hat die Satzung der Stadt Ansbach zur
Freigabe verkaufsoffener Sonntage für
unwirksam erklärt (Az: 22 N 18.243).

Revision wurde nicht zugelassen, er-
klärte das Gericht. Die schriftliche
Urteilsbegründung gehe den Beteiligten
in den nächsten Tagen zu.

Die Gewerkschaft Verdi und die Katholi-
sche Arbeitnehmerbewegung hatten gegen
die Satzung geklagt. Sie lehnten es ab,
dass Geschäfte im gesamten Stadtgebiet
öffnen könnten, wenn in der Altstadt
ein Street Food Festival, ein Stadtfest
oder ein Markt stattfindet.

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Frontenhausen benennt Kreisverkehr um

Der durch die Eberhofer-Krimi-Verfil-
mungen zum Kult gewordene Kreisverkehr
von Frontenhausen ist in "Franz-Eberho-
fer-Kreisel" umbenannt worden.

Bestseller-Autorin Rita Falk zeigte
sich extrem geehrt. "Wenn ich das Bun-
desverdienstkreuz gekriegt hätte, hätte
ich mich nicht mehr gefreut", sagte sie
beim Festakt, an dem auch die Schau-
spieler Sebastian Bezzel und Simon
Schwarz teilnahmen.

Deren Filmfiguren Franz Eberhofer und
Rudi Birkenberger wurden an dem Kreis-
verkehr überlebensgroß in Metall aufge-
stellt. Sie grüßen nun die Autofahrer.

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BAYERN KURZMELDUNGEN

Kaufbeuren: Ein Vater in Kaufbeuren
steht unter Verdacht, seinen Säugling
lebensgefährlich verletzt zu haben. Wie
die Polizei mitteilte, hatte die Mut-
ter ihren Ex-Partner eineinhalb Stunden
mit dem gemeinsamen Kind allein gelas-
sen. Bei ihrer Rückkehr sei das Kind
schwer verletzt gewesen. Der genaue
Tathergang ist laut Polizei noch un-
klar. Gegen den Mann erging Haftbefehl.

Aschaffenburg: In der Alexandrastraße
in Aschaffenburg werden nun an einer
Stele alle vorbeifahrenden Radler ge-
zählt. Ziel ist es, dass jeder erkennen
könne, wie viele Radler in der fahrrad-
freundlichen Kommune unterwegs seien,
erklärte die Stadtverwaltung, die so
auch einen besseren Überblick erhält.

Mittenwald: In den Mittenwalder Bergen
ist ein 67-jähriger Urlauber aus Nie-
dersachsen vor den Augen seiner Frau in
den Tod gestürzt. Wie die Polizei mit-
teilte, ist die Ursache für den 200 Me-
ter weiten Fall unklar.

Stein: Bei einem Feuer in einem Frei-
zeitbad in Stein/Lkr. Fürth ist ein
Schaden von bis zu 100.000 Euro ent-
standen. Verletzt wurde niemand. Das
Bad hatte zum Zeitpunkt des Brandes
noch geschlossen. Wie die Polizei mit-
teilte, hatte zunächst eine Liege im
Außenbereich des Bads gebrannt, an-
schließend habe das Feuer auf die Au-
ßenfassade und einen Technikraum über-
gegriffen. Die Brandursache war noch
unklar.

Grafenwöhr: Das Wolfspaar, das seit
2016 standortnah am Truppenübungsplatz
Grafenwöhr lebt, hat offenbar auch heu-
er keinen Nachwuchs bekommen. Wie das
Landesamt für Umwelt mitteilte, gibt es
keine Indizien auf Welpen. Dagegen sei
im angrenzenden Veldensteiner Forst/
Lkr. Bayreuth das zweite Wolfsrudel in
Bayern bestätigt. Dort seien zwei Wel-
pen in eine Fotofalle getappt.2017 hat-
te das dritte standorttreue Wolfspaar
Bayerns als erstes im Freistaat Junge.

Passau: In Passau hat ein ehrlicher
Finder eine Herrenledertasche mit 3.000
Euro Bargeld bei der Polizei abgegeben.
Wie die Beamten mitteilten, konnte der
Besitzer bereits ermittelt werden. Die-
ser habe sich sehr erleichtert gezeigt.

München: Das dreijährige Mädchen, das
am Dienstag im Münchner Lußsee unterge-
gangen war, ist im Krankenhaus gestor-
ben. Das Kind war mit seiner 28-jähri-
gen Mutter, seiner Großmutter und zwei
Geschwistern an dem Seegelände und in
einem offenbar unbeobachteten Augen-
blick ins Wasser gegangen. Badegäste
hatten die untergegangene Dreijährige
aus dem See geborgen und zunächst noch
reanimieren können.

Zusmarshausen: Die Polizei hat um Zeu-
genhinweise auf einen Wilderer im Raum
Fleinhausen/Lkr. Augsburg gebeten. Seit
Juli würden dort immer wieder Rehe mit
einer großkalibrigen Waffe geschossen,
erklärte sie. Die Tiere lasse der Täter
liegen.

München: Auf Bayerns Straßen sind im
ersten Halbjahr 271 Menschen bei Unfäl-
len ums Leben gekommen. Das war ein An-
stieg um 0,3 % gegenüber dem Vorjahres-
zeitraum, wie das Innenministerium mit-
teilte. Bei den Motorradfahrern betrug
der Anstieg mit 66 Toten 13,7 Prozent.
Bei den insgesamt 197.770 Verkehrsun-
fällen (+ 0,8 %) im Freistaat wurden
32.297 Menschen verletzt (- 2,1 %).

Regensburg: Die beiden Männer, die am
8. Juli bei einer Schlägerei auf dem
Parkplatz einer Regensburger Disco ei-
nen 24-Jährigen schwer verletzten, ha-
ben sich gestellt. Nach den zwei aus
dem Raum Regensburg stammenden jungen
Männern war per Fahndungsbildern ge-
sucht worden.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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