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REPORTAGE/513: ZDF.reportage - Themen der Sendungen 12.08.-09.09.2018 (ZDF)


ZDF.reportage
"Camper aus Leidenschaft – Von der Freiheit auf Rädern"
Sonntag, 12. August 2018, 18.00 Uhr / Sonntag, 29. Juli 2018

Inhalt:
– Die nächsten "ZDF.reportagen" / Sendetermine und Stab
– Camper aus Leidenschaft – Von der Freiheit auf Rädern
– Sonne, Strand und Schwarzes Meer – Schnäppchenurlaub in Bulgarien
– Die Trucker – Zweiteilige Reportage
– Erst frei, dann pleite – Selbstständige in Not
– Infos zur "ZDF.reportage"


Die nächsten "ZDF.reportagen" / Sendetermine und Stab


Sonntag, 12. August 2018, 18.00 Uhr, ZDF
ZDF.reportage: Camper aus Leidenschaft
Von der Freiheit auf Rädern

Film von Sören Folkens

Produktion: Goodtimes
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten


Sonntag, 19. August 2018, 18.00 Uhr, ZDF
ZDF.reportage: Sonne, Strand und Schwarzes Meer
Schnäppchenurlaub in Bulgarien

Film von Fraya Frömming

Produktion: telekult
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten


Sonntag, 26. August 2018, 18.00 Uhr, ZDF
ZDF.reportage: Die Trucker
Leben auf der Autobahn


Sonntag, 2. September 2018, 18.00 Uhr, ZDF
ZDF.reportage: Die Trucker
Stress hinterm Steuer

Film von Janis Schönfeld

Produktion: Tower Production
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten


Sonntag, 9. September 2018, 18.00 Uhr, ZDF
ZDF.reportage: Erst frei, dann pleite
Selbstständige in Not

Film von Felix Krüger

Produktion: Clipfilm
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten

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Camper aus Leidenschaft – Von der Freiheit auf Rädern

Millionen Camper lieben die Nähe zur Natur und das Gemeinschaftserlebnis. Die "ZDF.reportage" begleitet unterschiedliche Gäste auf deutschen Campingplätzen. "Camper aus Leidenschaft – Von der Freiheit auf Rädern" zeigt Menschen, die ihren Urlaub im eigenen Land und im eigenen Bett verbringen und trotzdem ihrem Alltag entfliehen.

Alice und Florian B. aus Nordrhein-Westfalen wollen mit ihren Kindern Sam und Emily an die Ostsee. Bisher gab es immer Pauschalurlaub und Hotelbetten. Doch dieses Jahr geht es mit dem Wohnmobil auf Reisen. Camping ist absolutes Neuland für die junge Familie. Entsprechend aufregend wird alles. Noch haben sie keine Ahnung, ob sie mit dem riesigen Fahrzeug heil durch die Straßen kommen. Auch die Gemeinschaftsduschen und das beengte Dasein im Wohnmobil wird sicher noch eine Herausforderung für alle. "Aber wir suchen ja das Abenteuer!" Florian und Alice wollen es auf jeden Fall mal ausprobieren. Eine Woche haben sie sich erstmal vorgenommen. Lang genug, um die Welt des Campens für sich zu entdecken. Oder es eben für immer abzuhaken.

Andere haben sich da schon festgelegt. Die Stammgäste vom "Südsee-Camp" in der Lüneburger Heide sind seit Jahren eine eingeschworene Gemeinschaft. Für die Camping-Truppe aus Hannover ist die Sache klar: "Wir sind Camper aus Leidenschaft!" Seit 20 Jahren fährt die Gruppe bereits mit Familie und Freunden zum "Südsee-Camp". Die Kinder sind hier groß geworden und immer noch gern dabei. Dieses Jahr sind sie mit rund 20 Personen auf ihrem Stammplatz und genießen die vertrauten Annehmlichkeiten: ein eigener Badesee mit weißem Sandstrand, ein Schwimmbad und viele Freizeitmöglichkeiten. Die perfekte Idylle direkt vor der Haustür. Fast so schön wie die echte Südsee oder Karibik, finden sie – und auf jeden Fall viel günstiger.

Auch für Werner und Irmgard R. (beide 68) in Prerow am Ostseestrand ist die Sache klar: Seit über 40 Jahren verbringen sie ihre Urlaube am liebsten mit Camping. Das Besondere bei den beiden: Für sie gehört Nacktheit zum Campen. FKK – was in der DDR ein regelrechter Trend war – empfinden sie auch heute noch als ihre "Freiheit". Mit mehreren Gleichgesinnten bilden sie in Prerow noch eine wichtige Gruppe. Doch ihre Freiheit wird immer mehr eingeschränkt, sagen sie. So unbeschwert wie früher können sie sich längst nicht mehr nackt am Strand aufhalten. Immer wieder verirren sich angezogene Touristen in "ihren" Bereich und reagieren mit Unverständnis auf die FKKler. Dabei möchten sie einfach nur ungezwungen die Natur genießen – so, wie sie es bereits seit Kindertagen kennen.

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Sonne, Strand und Schwarzes Meer – Schnäppchenurlaub in Bulgarien

Urlaubs-Schnäppchenjäger wissen längst: In Bulgarien, am Schwarzen Meer, "urlaubt" es sich am preiswertesten. Unterkunft und Verpflegung sind dort so günstig wie nirgendwo sonst in Europa. Für manche ist Bulgarien schon das neue Mallorca: "Bulle statt Malle". Der Tourismus boomt: Ob günstige Familienferien, wilde Party-Nächte, erschwingliche Luxusreisen – große Reiseveranstalter verbuchen mittlerweile einen zweistelligen Zuwachs an Touristen.

Über 600 000 Urlauber tummeln sich jährlich an Gold- und Sonnenstrand. Für viele Touristen ist Bulgarien mittlerweile die angesagte Alternative zu Spanien und Italien. Auch für die Tillys aus Berlin. Die Familie hat ein All-inclusive-Angebot gefunden: eine Woche am legendären Sonnenstrand im guten Mittelklassehotel mit großer Poollandschaft.

Während Robert sich für einen Aktivurlaub wappnet – mit Gleitschirmfliegen, Surfen, Fitness –, will Mama Daniela einfach mal relaxen: "Wir machen das erste Mal Urlaub in Bulgarien und sind total gespannt, was uns erwartet. Ob günstig immer gleich negativ ist? Ich persönlich denke, dass man allem etwas Positives abgewinnen kann." Vor allem wollen sie mit ihren Zwillingsmädchen auch das Hinterland erkunden: die romantischen Bergdörfer mit ihren landestypischen Spezialitäten.

Aber Bulgarien begeistert die Deutschen nicht nur als Urlaubsland. Auch die Immobilienbranche boomt. Denn Häuser und Wohnungen direkt am Meer bekomme man dort noch zum Schnäppchenpreis, verrät Maklerin Luisa K.: "Wir freuen uns, dass es immer mehr deutsche Kunden gibt. Die meisten sind sehr freundlich und erstaunt über unsere Immobilienpreise."

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Die Trucker – Zweiteilige Reportage

Sie führen ein stressiges Leben auf der Autobahn, sind getrieben von Lieferterminen und stecken täglich im Verkehrschaos: die Trucker. Ohne die Brummifahrer würde nichts mehr gehen, sie garantieren die Rundumversorgung. Trotzdem werden sie gehasst, wenn sie mit ihren Kolossen Straßen, Autobahnen und Parkplätze verstopfen. Die "ZDF.reportage" zeigt Trucker in ihrem stressigen Alltag.

Die Frauen und Männer hinterm Steuer haben einen Fulltime-Job mit bis zu 15 Arbeitsstunden am Tag. Zudem haben sie mit immer neuen Herausforderungen zu kämpfen. Fahrer aus Billiglohnländern erhöhen den Konkurrenzkampf, verstopfte Autobahnen und Parkplätze sowie kilometerlange Baustellen machen den Truckern zu schaffen.

Da ist Reinfried K., genannt "Easy". Der 58-Jährige steuert langsam aber sicher auf seine Rente zu. Seine letzten Jahre auf dem Bock geht er mit einer gewissen Gelassenheit an. Nicht immer einfach, wenn man mal wieder nur schleichend vorankommt: "Was mich nervt ist, dass da Baustellen sind, wo gar nicht gebaut wird. Dass die wochenlang da stehen, und es wird nichts gemacht!" Oft blickt er wehmütig auf die alten Zeiten zurück, er vermisst die Freiheit von einst und den Zusammenhalt: "Fernfahrerromantik gibt es selten oder nie. Heute ist bei dem Job zu viel Aggressivität auf der Straße. Jeder denkt nur an sich."

Vivien B. ist seit zwei Jahren Truckerin und Mutter eines dreijährigen Sohnes. Es ist nicht immer einfach, diesen harten Job und das Familienleben unter einen Hut zu bekommen. Vor allem, wenn Staus und wichtige Aufträge dazwischenkommen und sie es am Wochenende nicht nach Hause schafft, ist Vivien im Zwiespalt: "Ich bin jetzt fast drei Wochen weg von zu Hause, das ist normalerweise nicht üblich. Meinen Sohn vermisse ich sehr, den vermisse ich auch immer. Aber das ist halt mein Job."

Piet van T. ist gelernter Koch, vor 19 Jahren wechselte er vom Herd in die Fahrerkabine. Die Wochenenden sind ihm heilig. Wenn dann ein Kurztrip mit dem Wohnmobil ansteht, sitzt ihm die Zeit noch mehr im Nacken als sonst, vor allem auf seiner Route von Ost nach West: "Die A2 ist die schlimmste Autobahn Deutschlands."

Die A2 ist die Transitstrecke für den osteuropäischen Frachtverkehr schlechthin. Bedingt durch das hohe Aufkommen an Lastwagen ereignen sich viele Unfälle. Die Kommissare Sascha M. und Volker S. der Polizei Hannover sind mit einer Spezialeinheit tonnenschweren Verkehrssündern auf der Spur. Vor allem osteuropäische Fahrzeuge haben eine hohe Beanstandungsquote. Die Polizisten überprüfen die Einhaltung des Mindestabstands und der vorgeschriebenen Lenkzeiten, spüren Manipulationen am Fahrzeug, Mängel und schlecht gesicherte Fracht auf. Ihre Maßnahmen sollen für mehr Sicherheit sorgen.

Die zweiteilige "ZDF.reportage" begleitet Truckerin Vivien B., ihren Kollegen Reinfried K. und Piet van T. in ihrem Berufsalltag. Zudem gibt die tägliche Arbeit von Polizei und Autohofbetreibern weitere Einblicke in die Welt der Trucker.

Der zweite Teil der "ZDF.reportage: Die Trucker" wird am Sonntag, 2. September 2018, um 18.00 Uhr ausgestrahlt.

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Erst frei, dann pleite – Selbstständige in Not

Ob Lottoladenbesitzerin, Kleinbauer oder Schneiderin: Viele Selbstständige machen zu wenig Gewinn, um sich etwas zurücklegen zu können. Erst frei, dann pleite – leider keine Ausnahme. Die Kleinunternehmer arbeiten oft unter Mindestlohn und müssen dennoch hohe Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Sie fallen durch das soziale Netz.

Dass dies in äußerst prekäre Lebenslagen führt, erkennen viele Selbstständige zu spät. Laut einer DIW-Studie zahlt nur etwa die Hälfte aller Kleinunternehmer in die Rentenversicherung ein. Da die Beiträge für sie freiwillig sind, sparen sie sich diese Kosten oft und hoffen, später genug Gewinn fürs Alter zu machen. Doch das klappt nicht immer.

Dabei wurde der Alleingang in die Selbstständigkeit lange Zeit von der Politik beworben und staatlich gefördert: Über 100 000 "Ich-AGs" entstanden in den Nullerjahren. Viele von ihnen wirtschaften am Existenzminimum.

"Ich trinke nur Leitungswasser. Kleidung – nichts über zehn Euro. Das Auto rostet vor sich hin." Petra K. hat sich vor Jahren mit einer Nähstube selbstständig gemacht. Ihre Auftragsbücher sind voll, trotzdem reicht es am Monatsende oft nicht. So kommt es, dass manchmal mehr als Dreiviertel ihrer Einnahmen allein an die Krankenversicherung gehen. Für Rentenbeiträge – keine Chance.

"Dass mir einmal so wenig bleiben würde, das habe ich nie für möglich gehalten, nein." So bilanziert Wera H. ihr Berufsleben als selbstständige Lottoladeninhaberin. Sie lebt mit 700 Euro Rente aktuell etwa 300 Euro unter der Armutsgrenze. Ihr Antrag auf Grundsicherung wurde abgelehnt, weil sie ein Haus bewohnt, für das die Raten noch nicht abgezahlt sind.

Besonders drastisch sind die Notlagen von Selbstständigen bei denen, die ihre Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr stemmen können. Eine halbe Million Menschen sind bei ihrer Krankenkasse verschuldet und bekommen, bis auf lebensrettende Maßnahmen, keine Leistungen mehr. "Besonders erschüttert hat mich, dass 80 Prozent dieser Fälle aus der deutschen Mittelschicht kommen", sagt Dr. Uwe Denker, ein Arzt, der als Pensionär Menschen kostenlos behandelt.

Er sieht die Entwicklung erst am ihrem Beginn: "Wir werden noch eine Flutwelle an Armut erleben". Mit Blick auf die Politik sagt er: "Was wir brauchen, ist ein Rettungsschirm für in Not geratene Selbstständige."

Der Film erzählt von Selbstständigen, die ihr Rentenalter schon erreicht haben und jenen, die noch auf dem Weg dahin sind. Die Realität der Älteren ist die Perspektive der Jüngeren. Sie lautet leider zu oft: "Armut".

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Infos zur "ZDF.reportage"

Die "ZDF.reportage" berichtet immer sonntags, 18.00 Uhr, aus der Alltagswirklichkeit der Zuschauer. Sie greift Themen auf, die aktuell und brisant sind und setzt sie spannend und emotional um. Dabei erzählt die "ZDF.reportage" immer aus der Perspektive der Betroffenen, von Menschen, ihren Lebenswegen und Schicksalen, ihren Konflikten, ihren Hoffnungen und Träumen. Die meisten Reportagen spielen in Deutschland, bei Auslandsthemen ist stets ein deutscher Bezug vorhanden.

Die Redaktion der "ZDF.reportage" wird geleitet von Heike Schnaar.  

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
ZDF – Zweites Deutsches Fernsehen
Presse Special – August 2018
Copyrights by ZDF
Internet: www.zdf.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 11. August 2018

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